Raum der Stille

Eine Kirche ist immer auch ein Raum der Stille. Dennoch kann das Sprechen in einer Kirche nicht einfach verboten werden. So stellen Kinder ihren Eltern Fragen nach der Bedeutung von Altar oder Taufbecken, andere bitten eine Mitarbeiterin um eine Erläuterung der Architektur oder haben Fragen zur Gemeinde am Ort. Diejenigen, die in der Kirche Stille suchen, können sich in diesen Fällen schnell gestört fühlen.

Eine Möglichkeit, dem Wunsch nach Stille zu entsprechen und gleichzeitig Gespräche nicht zu unterbinden, stellt die Einrichtung eines „Raumes der Stille“ in einer Seitenkapelle, im Turmbereich oder einer geschützten Nische im Seitenschiff dar. Im letzten Fall ist dies jedoch nur sinnvoll, wenn in diesem Bereich auch wirklich Stille möglich ist.

Wird auf diese Lösung zugegangen, ist darauf zu achten, dass dieser „Raum im Raum“ nicht inmitten von Laufwegen, an Kunstwerken oder in der Nähe der Eingangstür liegt. Er sollte „geschützt“ sein und kann – sofern er den Gesamteindruck des Kirchraumes nicht zerstört – auch durch Stellwände sichtbar abgetrennt werden. Vor dem Raum bzw. der Nische sollte auf jeden Fall ein kleines Schild auf den „Raum der Stille“ hinweisen und um Ruhe bitten.

Still werden vor Gott in einem geschützten Raum

Grundlegende Gestaltungselemente solch eines Raumes sind zum Beispiel Stühle oder auch Kniebänke sowie Kerzen, Blumen und ein einfaches Kreuz. Gebetstexte, Bibel oder Gesangbuch können ebenfalls dort ausgelegt werden. Werden Kerzen verwendet, ist zu prüfen, dass in dem meist unbeaufsichtigtem Raum kein offenes Feuer entstehen kann. Natürlich können auch Angebote wie das Fürbittenbuch oder Meditative Texte mit in diesen Raum mit aufgenommen werden.